Auf dem Amiga war die sehr gute Grafik im Stile der Comics einer der Hauptgründe, warum das Spiel überhaupt zu Ruhm kam. Schon der Startbildschirm lässt das Spielerherz aufleben, und das nicht nur wegen der schönen Hintergrundgrafik.
Die Spieloptionen sind sehr witzig dargestellt, der Schwierigkeitsgrad wird durch verschiedene Soldaten repräsentiert. Corporal ist am einfachsten, dann folgt Seargent und Captain. Jeder wird durch sein eigenes witziges Bild dargestellt. Tauscht man die Hintergrundflagge gegen ein Computersymbol aus, spielt man gegen die KI.
Das Spiel wird dann dadurch gestartet, dass der Photograph ein Foto der Einstellungen schießt. Wer diesem jedoch mit der Maus auf den Hintern klickt, bekommt noch ein jugendfreies Easteregg zu sehen. Kaum zu glauben, aber damals hat man sich über so etwas amüsiert.
Die Grafik im Spiel ist genauso gelungen, die Karte der USA ist schön übersichtlich und wird durch ein kleines Fenster mit Animationen aufgelockert. Das Ziehen der Figuren ist aber sehr einfach gehalten, die Einheit bewegt sich ohne jegliche Animation ins Nachbarfeld. Ganz so, als ob man einen Pappmarker verschiebt.
Das Highlight ist aber der Actionkampf, es war damals unglaublich beeindruckend, wenn die kleinen Männchen aufeinander losgegangen sind. Heutzutage ist das zwar schwer vorstellbar, aber die Grafik war für damalige Augen einfach der Hammer. Vor allem wenn man vorher nur einen 8-Bit Computer hatte.
Sowohl auf PC als auch auf Switch wurde das Aussehen modernisiert. Die PC Version wirkt aber irgendwie lieblos gegenüber der Vorlage. Die Grafik auf der Switch Version ist dagegen besser gelungen.
Allerdings fällt bei beiden schon der Startbildschirm unangenehm auf. Der Photograph aus dem Original fehlt und damit natürlich auch die Möglichkeit, diesen zu kitzeln. Stattdessen wird das Spiel über einen langweiligen Startknopf begonnen.
Im Spiel selbst erscheint die Switch Version deutlich detaillierter, dafür ist die Kampfansicht aber sehr unübersichtlich. Vor allem auf dem kleinen Display nervt das. Ein absolutes Lowlight ist die Idee das Spielfeld scrollen zu lassen. Da die eigenen Figuren bei Verlassen des Schlachtfelds auf der gegenüberliegenden Seite wieder auftauchen, sind sie eine Zeit lang nicht sichtbar, da das Scrolling zu langsam ist. Im schlimmsten Fall werden sie außerhalb des Sichtfeldes von gegnerischen Einheiten massakriert.
Eine weitere Besonderheit der Switch Version, sind die 3D Abschnitte. Wie in einem 3D Shooter gilt es dabei eine Basis zu verteidigen oder zu erobern, bzw. einen fahrenden Zug. Diese Abschnitte sind qualitativ aber Welten hinter anderen 3D Spielen und sehen eher gruselig aus.
Das Spiel beginnt auf der Karte der östlichen USA, welche in die Bundesstaaten eingeteilt ist. Im ersten Kriegsjahr beginnen beide Seiten mit jeweils zwei Armeen. In den späteren Jahren wendet sich das Blatt immer mehr zugunsten der Nordstaaten.
Zu Beginn der Runde kann jede Armee ein Feld weit ziehen, also in einen angrenzenden Bundesstaat. Ist dieser noch neutral, wird er dem eigenen Gebiet zugesprochen. Ist er vom Gegner besetzt, kommt es zum Kampf. Dabei wird auf einen extra Bildschirm umgeschaltet, der verschiedene Landschaften zeigt. Jede Armee verfügt normalerweise über eine Kanone, drei Reiter und sechs Schützen. Diese Einheiten sind immer in einem Regiment organisiert, lassen sich also nur zusammen bewegen. Es kann immer nur einer der drei Truppentypen gesteuert werden.
Kanonen können sich nur nach oben und unten bewegen und feuern in gerader Linie. Als weiteren Nachteil verlassen sie das Feld nach wenigen Schüssen, da die Munition nicht endlos ist. Dafür können sie ein ganzes Regiment auf einmal auslöschen. Kavallerie wartet am Bildschirmrand, bis sie das Signal zum Angriff bekommt. Danach kann sie sich jedoch nur noch vorwärts, bzw. nach oben und unten bewegen. Steht sie vor einem Abgrund, reitet sie unausweichlich in ihren Tod. Dafür ist sie sehr schnell beim Gegner und kann Einheiten auslöschen, die der Gegner grade nicht im Blick hat. Erreichen sie das Ende des Spielfeldes, tauchen sie nach kurzer Zeit wieder auf der Aufstellungsseite auf. Am flexibelsten sind die Schützen, diese können sich frei bewegen und können so gut zur Verteidigung eingesetzt werden.
Die Herausforderung besteht dabei, diese drei Einheitentypen zu kontrollieren und effektiv einzusetzen. Erschwert wird dies durch das nötige Umschalten, da ja immer nur ein Typ gleichzeitig gesteuert werden kann. Gleichzeitig greift der Gegner mit seinen Einheiten an und durchkreuzt die eigenen Pläne.
Da manche Karten auch Schluchten, Flüsse und zerstörbare Brücken haben, kommt man schnell in Situation die einen in Bedrängnis bringen. Reitet die Artillerie gerade auf die Furt zu, um die verteidigenden Schützen niederzumachen, kann eine feindliche Kanone die eigenen Pläne schnell durcheinanderbringen. Dann gilt es zu entscheiden, rettet man die eigenen Schützen und verliert die Kontrolle über die Kavallerie, welche dann in den Untergang reitet. Oder steuert man diese am gefährlichen Fluss vorbei und macht die Gegner nieder, riskiert aber, dass die Kanone eine verbündete Truppe in Stücke reißt.
Somit enden die meisten Kämpfe immer mit starken Verlusten auf der eigenen Seite, da es oft zu solchen Entscheidungen kommt und man nur wenige Momente Zeit dafür hat. Und der Computergegner stellt sich dabei wirklich nicht dumm an, er verkauft seine Haut teurer als ein Trapper das Biberfell.
Geschwächte Armeen werden ab der nächsten Runde eine geringere Truppenstärke aufweisen, da die Verluste nicht automatisch aufgefüllt werden. Eine dezimierte Armee bleibt geschwächt, außer sie wird durch neue Truppen aufgefüllt.
Dafür können Armeen verschmolzen werden und dann bis zur dreifachen Anzahl an Truppen verfügen. Maximal dürfen jedoch immer nur sechs Schützen oder drei Reiter gleichzeitig auf dem Feld sein. Erst wenn ein Regiment ausgelöscht ist, tritt das nächste in den Kampf ein.
Ist der Gegner geschlagen oder zieht sich vorher zurück, gehört der Bundesstaat zum eigenen Territorium. Sollte ein Fort auf dem Feld stehen, startet ein Minispiel, mit welchem dieses erobert werden kann. Allerdings erst nachdem einen eventuell vorhandene Armee aus dem Weg geräumt wurde.
Ziel ist es, die einzelnen Bundesstaaten unter Kontrolle zu bekommen und dabei die gegnerischen Armeen zu vernichten. Besitzt ein Spieler die beiden Forts an den Endpunkten einer Eisenbahnstrecke, bekommt er die Einnahmen aus dieser. Mit dem so verdienten Geld können neue Armeen rekrutiert werden.
Sobald alle gegnerischen Einheiten vernichte sind, ist das Spiel gewonnen. In einer kleinen Endsequenz wird eine Parade dargestellt und einige patriotischen Worte eingeblendet. Kleines witziges Detail am Rande: Der deutsche Beschreibungstext macht dabei aus dem militärischen Rang des Captains einen Kapitän.
Verliert der Spieler alle eigenen Einheiten, ist das Spiel verloren und eine vernichtete Armee wird eingeblendet. Da die einzelnen Runden aber maximal 10 bis 20 Minuten lang sind, ist das kein großer Zeitverlust.
Um das ganze etwas aufzulockern, gibt es besagte Minispiele. Um ein Fort zu erobern, gilt es in einem einfachen Jump & Run von links über mehrere scrollende Bildschirme nach ganz rechts zu laufen. Dabei stellen sich gegnerische Soldaten, Hunde und fiese Bomben in den Weg, die am Ende alle etwas von der knappen Zeit abknapsen.
Dieses Zeitlimit wird in genialer Weise am unteren Bildschirmrand dargestellt. Ein Wecker rennt von links nach rechts, verfolgt von einem alten Schuh, welcher den Spieler symbolisiert. Ist man zu langsam, erreicht der Wecker zuerst das Ende und läutet dieses im Wortsinne ein. Zum Verteidigen eines Forts wird das gleiche Minispiel genutzt, nur muss der Spieler jetzt den gegnerischen Soldaten aufhalten, indem er ihm Feinde in den Weg stellt. Der Schwierigkeitsgrad beeinflusst dabei hauptsächlich wie lange diese Abschnitte sind und wie viel Zeit der Spieler zur Verfügung hat.
Ein ähnliches Minispiel gibts beim Überfall auf einen Zug, wenn eine eigene Einheit am Rande einer feindlichen Bahnlinie postiert wurde. Statt im Fort spielt das Ganze dann auf einem fahrenden Zug, bleibt aber im Prinzip gleich. Zum Verteidigen eines gegnerischen Überfalls werden auch hier einfach die Rollen getauscht.
Der Computergegner stellt sich insgesamt recht clever an, ist aber auf der Karte sehr vorhersehbar. Dafür spielt er in den Actionkämpfen recht clever und ist nicht so leicht auszutricksen, gerade am Anfang, wenn man noch etwas mit der Steuerung kämpft.
Zusätzlich gibt es noch einschaltbare Zufallselemente. Auf den östlichen Felder greifen Indianer oder Mexikaner in den Kampf ein und zerstören zufällig ausgewählte Einheiten. Wer dagegen Virginia kontrolliert, kann ab und zu mit zusätzlichen Truppen aus England rechnen. Dadurch wird das eh schon kurze und zufallsbasierte Spiel zwar lustiger, aber noch unberechenbarer.
Diese recht gelungene Mischung hat einige Hersteller dazu bewogen Remakes zu programmieren. Das Erste kam 2013 für PC und versucht, das Spielprinzip zu modernisieren und dem Massengeschmack anzupassen.
So wurden zum Beispiel die Jump & Run Minispiele gegen ein Moorhuhn artiges Schießspiel ausgetauscht. Lustigerweise schlägt an dieser Stelle die Autokorrektur das Wort „Scheißspiel“ vor, was das ganze gut auf den Punkt bringt.
Aber auch andere Patzer nerven. Im Gegensatz zur Amiga Urahn, funktioniert die Steuerung nur sehr schlecht. Während der Echtzeitkämpfen muss man hektisch mit der Maus herumklicken. Zuerst soll auf ein Symbol geklickt werden, um den gewünschten Trupp auszuwählen, dann muss auf der Karte angeklickt werden, wo dieser hinlaufen soll. Zum Angriff darf der Spieler dann aber wieder auf einem Symbol herumklicken.
Klingt umständlich? Ist auch so. Wer es schafft sich nicht andauernd zu verklicken, hat meine Bewunderung. Und es ist nicht möglich, gleichzeitig zu laufen und anzugreifen. Und das ist ein echter Nachteil im Spiel.
Warum dann mitten in einer Aktion die ausgewählten Truppen deaktiviert werden, ist auch völlig unklar. So bleiben sie dann mal mitten im Angriff stehen und wollen neu ausgewählt werden. Viel zu oft machen die eigenen Kämpfer irgendetwas. Nur nicht, was der Spieler will. Warum wurde das so schlecht umgesetzt, am uralten Amiga hat die Steuerung prima funktioniert? Es kann doch eigentlich nicht so schwer sein das vernünftig an modernen PCs umzusetzen. In der PC Version fehlen auch die Eisenbahnen und damit auch das entsprechende Minispiel. Stattdessen wurden Schiffe eingeführt, die auf den Flüssen herumfahren.
2020 gab es dann einen weiteren Versuch einer Neuauflage für die aktuellen Konsolen inklusive Nintendo Switch. Aber leider wurde auch da viel zu viel abgeändert. Zwar sind die Eisenbahnen zurück und die Karte von Amerika ist wieder näher am Original, dafür sind die Kämpfer aber deutlich unübersichtlicher geworden. Einen Großteil verschuldet das schon weiter oben beschriebene Scrollen der Karte. Die Steuerung ist dagegen gut gelungen und lässt sich präzise nutzen, sobald man sich etwas eingewöhnt hat.
Eine Katastrophe sind aber die neuen Minispiele. Wer ist nur auf die Idee gekommen diese als 3D Shooter auszuführen? Ein Genre, wie es nicht weiter vom Strategiespiel entfernt sein könnte. Und dann ist die Umsetzung auch noch schrecklich geworden.
Zum einen ist der Schwierigkeitsgrad viel zu hoch, selbst auf leichtester Stufe kommen viel zu viele Gegner auf einen zu gerannt. Und dann ist die Steuerung auch noch total verkorkst. Während man mit dem einen Stick läuft, wird mit dem zweiten gezielt. Das an sich ist schon schwierig genug, da das Zielen total empfindlich ist. Schlimm ist aber, dass sich die Empfindlichkeit noch je nach Situation ändert. So ist es fast unmöglich, das Fadenkreuz auf dem Gegner zu zentrieren. Um das ganze noch zu erschweren, boxen die Feinde die eigene Spielfigur wenn sie ihr zu nahe kommen. Dann wir man wild hin und hergeschleudert, was gerade in Räumen dann zum totalen Kontrollverlust führt. Das Ganze erinnert an uralte N64 oder PS1 Shooter. Wer schon einmal Destiny auf Konsole gespielt hat, kann nur kopfschüttelnd vor North & South davonrennen.
Um dem Spiel dann den Rest zu geben, spielt der Computer dann auch noch auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad gnadenlos. Somit verliert man gleich in den ersten Kämpfen einen Großteil seiner Armeen, was der Computer dann knallhart ausnutzt. Spätestes zwei Runden später ist man dann von jeglichem Nachschub abgeschnitten, während der Computergegner pro Runde ein bis zwei neue Armeen aushebt. Neueinsteiger werden sich kaum mehr als eine halbe Stunde damit abgeben und dann das Spiel frustriert ins Eck werfen.
Bei beiden Neuauflagen haben die Kanonen übrigens unendlich viel Munition. Somit ist es auch nicht möglich, einen Kampf zu gewinnen, indem dem Gegner die Munition ausgeht. Schon das zeigt, wie viel Unverständnis dem Original entgegengebracht wurde.